Sonntag, der 18. Juli 2010: Unsere Abenteuer begann mit der Zugfahrt von Hinwil nach Visp. In Visp angekommen nahmen wir in der Pizzeria unsere letzte Stärkung zu uns inkl. einem erfrischenden Panaschés. Um 00:30 sind wir losgelaufen, wir kamen sehr gut voran und waren schon bald bei Ottavan. Vor diesem letzten Dorf haben wir noch ungewollt eine Dusche bekommen und sind dann Richtung Täschütte gewandert. Bei der Täschhhütte angekommen bemerkte Urs, dass sein Pickel nicht mehr am Rucksack hing. Wir mussten soweit absteigen bis wir den Pickel fanden. Unterhalb von Ottavan lag der Pickel in der Wiese neben der Strasse. Nun gut, wir hatten den Pickel gefunden, aber es gab nun halt noch zusätzlich 1000 Höhenmeter Aufstieg. Wieder bei der Täschhütte angekommen machten wir kurz Rast und ein kleiner Energiebooster gab uns weitere Energie und Motivation aufzusteigen. Jetzt fehlte nur noch ein kleines Stück bis zum Gletscher hoch. Beim Gletscher angekommen durfte ich dann endlich meinen gut 20 kg schweren Rucksack ablegen. Schnell in die Goretex-Hosen hüpfen, Steigeisen anziehen und die Seilverkürzung anbringen und weiter ging es. Jetzt fehlten nur noch ca. 700 Höhenmeter auf dem Gletscher. Schliesslich sind wir dann gegen den Mittag doch noch auf dem Gipfel angekommen. Wir genossen die wunderbare Fernsicht und ich konnte noch ein wertvolles, stündiges Nickerchen machen.

Dann folgte der Abstieg ins Mischabeljochbiwak. Dieser Abstieg war teilweise im Schnee und am Schluss auf einem Felsgrat. Urs und ich konnten das gut meistern und waren dann ca. um 14:30 im Biwak. Nach gut 14h und 3700 Höhenmeter in den Beinen waren wir etwas müde und so legten wir uns kurz hin. Danach haben wir unser letztes Bier genossen und machten Bekanntschaft mit einer deutschen Seilschaft aus Freiburg. Wir gingen früh ins Bett und haben beschlossen um 03:30 aufzustehen.

Um 03:30 sind wir dann relativ ausgeschlafen aufgestanden. Es hiess schnell anziehen und kurz ein Energieriegel in den Mund. Schon ging die Tour los. Der Weg über den Grat auf das Täschhorn war sehr gut gekennzeichnet und nach einer Stunde konnten wir die Stirnlampen bereits ablegen, denn die ersten Sonnenstrahlen erreichten den Grat. Um 06:30 waren wir auf dem Gipfel und machten kurz Rast. Nun folgte der Abstieg ins Domjoch. Zu Beginn war es oft Fels und teilweise Schnee. Schon fast im Joch angekommen gab es noch einen kleinen Schneegrat zu überwinden.

Nach dem Domjoch folgte der Aufstieg auf den Dom, der ganze Aufstieg war auf einem Felsgrat. Zum Schluss schöne Kletterei in gutem Fels und wir erreichten den Gipfel. 4545 Meter über Meer und somit der höchste ganzliegende Berg in der Schweiz. Eine Stunde lang genossen wir die Aussicht. Jetzt wussten wir, dass nur noch „Gletscherlatscht“ vor uns lag.

Nach einer Stunde Gipfelgenuss sind ich und Urs dann abgestiegen. Der Gletscher war langläufig und nicht besonders spannend. Ein kurzer Wanderweg noch und wir waren bei der Domhütte. Dort angekommen haben wir Salami und Brot gegessen und ohne Bedenken die letzten Schlucke Tee getrunken. Jetzt folgte der Wanderweg nach Randa. Auf dem Weg wurden wir schnell durstig, so gab es noch ein letztes Hindernis zu überwinden. Nach langer Qual kamen wir um 18:00 Uhr in Randa an.

Die 14 stündige Tour war zu Ende und ein erfrischendes Pansché erwartete uns im Restaurant. Urs und ich erwischten eine gute Zugverbindung und so konnten wir noch eine Weile schlafen. Um 22:53 kamen wir wieder in Hinwil an. Ein grosses Abenteuer ging zu Ende.

Obed Hardmeier 

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