Dienstagmittag reisten wir mit dem Zug von zu Hause nach Zermatt und liefen in gemütlichem Tempo auf die Hörnlihütte. Das Matterhorn ist einer der imposantesten und fesselnden 4000er im Alpenraum. Von Zermatt aus betrachtet, scheint er ein steiler fast unbezwingbarer Berg zu sein. Tatsächlich darf man diesen Berg nicht unterschätzen. Der Hörnligrat ist rein klettertechnisch nicht so schwer zu ersteigen, doch muss man sich an den verschiedenen Fixseilen gut festhalten können, was nicht jeder Alpinist beherrscht.

Die Hörnlihütte war bei unserer Ankunft schon voll besetzt mit Deutschen, Österreicher, Engländern, ein paar Japaner und Osteuropäer. Dadurch wurde es auch sehr gemütlich zum Schlafen im Matratzenlager. Für 4 Uhr am Morgen wurde das Frühstück angesetzt, doch die ersten fingen schon kurz nach 3 Uhr an ihre Rucksäcke zu packen und herum zu wärkeln. Nach einem „gemütlichen“ Frühstück, ein paar Stücke Trockenbrot und ein wenig Tee, starteten wir etwa um 4.20 unsere Tour. Die erste Stunde mussten wir um an den einheimischen Bergführern dran zu bleiben ziemlich schnell klettern. Da es über 50 Seilschaften waren, welche gleichzeitig aufbrachen gab es immer wieder Gerangel um ein zügiges Weiterkommen. Die Kletterroute auf dem Hörnligrat ist nicht einfach zu finden, der richtige Weg ist recht einfach zu klettern, doch sobald man ein paar Meter davon abkommt, findet man sich in losem Geröll wieder. Doch da wir den einheimischen Bergführern folgen konnten, fanden wir den Weg gut und kamen zügig voran. Nach etwa der ersten Stunde trafen wir einen an, der in der Wand biwakierte, da er von der Dunkelheit „überrascht“ worden war. Im Notfallbiwak, der Solvayhütte auf 4003m, machten wir eine kurze Trink- und Esspause. Bis hierhin hatten sich die Seilschaften ziemlich über den ganzen Weg verteilt und wir stiegen in gemütlicherem Tempo, der Höhe und der Müdigkeit entsprechend, in der über der Dufourspitze aufgehenden Sonne weiter. Im oberen Teil kletterten wir mit Fixseilen über Felsstufe von einer Sicherungsstange zur nächsten, bis wir die steile Schneeflanke des Gipfels erreichten. Dort zogen wir die Steigeisen an und kletterten weiter bis zum Gipfel, den wir etwa um halb neun erreichten aber leider nicht alleine Geniessen konnten. Im Abstieg mussten wir viele aufsteigende Seilschaften kreuzen was recht mühsam war, doch wir kamen trotzdem zügig voran. Ein „beruhigendes“ Gefühl gab mir vor allem der Air Zermatt-Helikopter, welcher immer wieder um den Berg kreiste und auch einen Bergsteiger herausflog. Im Abstieg mussten wir immer wieder nach dem Weg suchen, da es sehr viele falsche Spuren gibt und wir in der Dunkelheit den Weg gar nicht richtig wahrgenommen hatten.

Nach siebeneinhalb Stunden klettern kamen wir wieder auf der Hörnlihütte an. Nach einer kurzen Pause um die Schuhe zu trocknen und uns (teilweise) ein wenig zu erholen, stiegen wir wieder nach Zermatt ab.

Merci vell mol för die cool Tour!!!

Flo Z

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